Jubiläumsturnier 60. Chäs u Wy Cup Langnau im Emmental

Nach unserem Sieg am Hirschen-Cup im Jahr 2020 kehrten wir für das Jubiläumsturnier des «Chäs u Wy Cup» wieder ins Emmental zurück. Im Restaurant Hirschen fanden wir diesmal allerdings keine Schlafplätze mehr und mussten zwangsläufig in den Bären Raufli (Ranflüh) ausweichen – ein absoluter Glückstreffer. Erstens waren die Zimmer wirklich top, und zweitens hat uns die Küche am Freitagabend trotz unserer späten Anreise noch rasch ein sensationelles Znacht hingezaubert …

Die Anreise am Freitag war zwingend nötig, da wir am Samstagmorgen bereits um 07:30 Uhr in der Hockeyhalle auf dem Campus der SCL Tigers auf dem Eis stehen mussten.

Es mussten schon Glarner Hallencurler ins Emmental kommen um festzustellen, dass einer der Steine falsch herum montiert war. Der Eismeister schmunzelte während dem Umbau sehr, da dies die letzten 8 Jahre keiner bemerkt hatte und die „Chrott“ anstandslos gespielt wurde. 

Scheinbar war das definitiv zu früh für uns, denn wir kamen weder mit dem Eis noch mit den Steinen und schon gar nicht mit uns selbst zurecht. Die Unsicherheiten waren derart gross, dass wir sogar die Steine unseres Gegners shot stiessen. Das «Gemüter» auf dem Eis trug ebenfalls nicht gerade zu einer Verbesserung der Gesamtsituation bei. Tragischerweise verloren wir dann das Spiel am Ende trotzdem nur wegen eines einzigen Steins.

  1 2 3 4 5 6 7 8 ZE Total
teamglarus.ch   4   E n d s     6
Emmental 3   4   E n d s     7

Die zweite Partie verlief dann völlig anders – wir fanden rasch die richtige Länge und kamen auch mit dem tricky Eis sehr gut zurecht. Gegen Schluss waren wir uns jedoch überhaupt nicht einig, ob wir die Guard abschiessen oder einen Come-around spielen sollten.

Nun ja …
1.  Das Team setzte sich taktisch gegen den Skip durch.
2.  Der Skip behielt Recht, wir bekamen einen Stein gestohlen.
3.  Der Skip wird uns das die nächsten 100 Jahre unter die Nase reiben.
4.  So wird das wohl nie etwas mit dem Bundesratssitz Herr Huber.

  1 2 3 4 5 6 7 8 ZE Total
teamglarus.ch   4   E n d s     10
Emmental 2   4   E n d s     6

Im dritten Spiel des Tages kam unser Gegner überhaupt nicht mit den Bedingungen zurecht. Zunächst meinten sie, es liege an den Steinen – wir boten deshalb an, diese im Openair-Style nach vier Ends zu tauschen. Doch auch das brachte keine Verbesserung, manchmal läuft es halt einfach nicht. Wenn dann noch die Erfahrung fehlt, kann das durchaus auch einmal schmerzhaft sein. Mit 26 Steinen schraubten wir unseren All-Time-Rekord bei acht gespielten Ends um vier Steine nach oben.

  1 2 3 4 5 6 7 8 ZE Total
teamglarus.ch 4 3 3 5 4   6 1   26
Adelboden           2       2

Die Adelbodner nahmen das Ganze trotz allem mit Fassung und konnten bereits beim Apéro wieder darüber lachen – eine sehr schöne Eigenschaft, wie wir finden. Das sah auch die Turnierleitung so und verlieh ihnen am Abend den «Chäs und Wy»-Pechvogel-Pokal.  

Am Samstagabend fand der Jubiläums-Event mit über 200 Gästen im Ilfis-Saal statt. Mit Team Bieri aus Grindelwald sass ein alter Bekannter neben uns, dem es im Turnier zwar nicht ganz so gut gelaufen war – der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch, Hauptsache es hatte genug Bier.

Im Gegensatz zu uns durften die Grindelwalder am Sonntag früh spielen und danach nach Hause fahren. Wir hingegen «mussten» – so würde es Marco sagen – bis 14:30 Uhr ausschlafen und kamen dadurch erst am Abend nach Hause.

Die Suppe und die Berner Platte wurden musikalisch begleitet. Die Lieder kannten wir zwar beinahe alle, den Wein empfanden wir jedoch deutlich besser als den Gesang. Das Dessertbuffet machte dieses kleine Manko dann wieder wett.

Ü40 bzw. Ü50 und Ausschlafen – zwei Dinge die ausser bei Fabian irgendwie nicht zusammen passen. Dementsprechend nutzten wir den schönen Sonntag für ausser-curlerische Aktivitäten. Der Ausflug zu Kambly wer es auf jeden Fall wert. Der Zuckerpegel war nachher zwar etwas höher, dafür aber auch der Kofferraum etwas besser ausgefüllt. Zucker wird heutzutage völlig überbewertet …

Beim Jassen kam es dann zu einer nächsten Premiere. Fabian schaffte es tatsächlich alle zu machen – da hat der Herr Huber wohl das Mischen vergessen. 

Auch kaum zu glauben – in einem anderen Jass musste das Kartenziehen über den zweiten und dritten Platz entscheiden, wobei die tiefere Karte gewinnt. Thomas zieht eine 6 und dachte schon … aber nein, Fabian zog auch eine 6. Anschliessend zog Fabian erneut eine 6, ein Glückslin eben.

Im Finalspiel spielten wir dann äusserst konsentriet und ohne grosse Fehler. Unser Gegner, nach Emmental 3 und 2 nun auch noch die 1, tat sich mit unserer Spielweise etwas schwer. Wenn sie dann mal noch gut lagen, packte zum Schluss Thomas noch ein Monsterstein aus.  

  1 2 3 4 5 6 7 8 ZE Total
teamglarus.ch   5   E n d s     11
Emmental 1   3   E n d s     3

Leider fehlte am Schluss genau das ominöse eine End für den Podestplatz. Mit „hätte-wäre-wenn“ hat noch jeder irgendetwas gewonnen. Wir dürfen über das gesamte Turnier gesehen, sehr zufrieden sein, immerhin waren 36 Teams am Start.  

Es hat uns zu mindest so gut gefallen, dass wir uns für die 61-ste Austragung im Jahr 2027 wieder eingeschrieben haben.